Edelkastanienimkerei, Klingenmünster

 

Nachfolgend erhalten Sie eine Information zum Thema Biohonig


Produkte aus biologischem Anbau erfreuen sich bei uns einer zunehmenden Beliebtheit und das zeigt, dass das ökologische Bewusstsein der Menschen zunimmt.
Diese Entwicklung ist erfreulich.
Auch in der Imkerei hat der Biogedanke längst Einzug gehalten. Sie haben es vielleicht auch schon daran gemerkt, dass immer mehr Honige im Handel auftauchen, die nach biologischen Richtlinien erzeugt wurden und entsprechende Zertifikate tragen.
Aus diesem Grund erscheint es mir wichtig aufzuzeigen inwieweit eine biologische Produktion von Honig möglich ist und wo diese an ihre Grenzen stößt.


Nicht beeinflussbare Faktoren

Grundsätzlich können alle Einflüsse aus der Umwelt (Luftschadstoffe, Pflanzenschutzmittel, aber auch z.B. Pollen von genveränderten Pflanzen, etc.) nicht vom Bienenvolk ferngehalten werden, da der Bienenflug nicht gesteuert werden kann.


Beeinflussbare Größen

Alle Maßnahmen, die der Bearbeitung und Behandlung des Bienenvolkes und seiner Produkte (Honig, Wachs, etc.) dienen, kann der Imker steuern.
Und genau hier setzt die Unterscheidung zwischen einer konventionellen und einer ökologisch ausgerichteten Wirtschaftsweise an.


Wichtige Kriterien zur Erzeugung eines hochwertigen Honigs

Nach folgenden Kriterien, die auch in den verschiedenen biologischen Imkereien heute Anwendung finden arbeiten wir seit langer Zeit: 

Wir verwenden keine synthetischen Varroabehandlungsmittel, sondern nur organische 
Säuren, da hier keine Rückstandsproblematik besteht.

 
Wir haben vor ca. 10 Jahren unser gesamtes Bienenwachs ausgetauscht, da sich gerade im Wachs Schadstoffe aus früheren Behandlungsmitteln anreichern können, die dann auch in den Honig übergehen können.

Wir verwenden seitdem nur noch unbelastetes Wachs aus unserem Betrieb für die Herstellung der Waben oder kaufen Biowachs zu.

Erfolgt keine Erhitzung des Honigs, die zu Wärmeschäden führt.

Unser Honig immer wieder im Rahmen von Honigprämiierungen untersucht und es wurden noch nie Rückstände festgestellt auch im Bienenwachs nicht.

Wir setzen wir außer zur Behandlung der Völker gegen die Varroamilbe, auf die kein Imker verzichten kann keine weiteren Mittel, weder bei der Behandlung der Völker, noch bei der Behandlung des Honigs ein.


Weniger wichtige Kriterien

Biologische Imkereien haben darüber hinaus- je nach Ausrichtung- noch einige Grundsätze, die in meinen Augen von untergeordneter Bedeutung sind und von uns nicht praktiziert werden. Dies wäre z.B. die Verwendung von biologischem Zucker zur Wintereinfütterung im Gegensatz zum normalen Zucker oder die Verwendung von Kunststoffteilen in Bienenkästen, usw.



Belasteter Honig- Gefahr beim Deutschen Honig eher gering

Trotz der Vielzahl der möglichen Belastungen des Honigs durch die genannten Einflüsse muss man feststellen, dass beim Deutschen Honig insgesamt äußerst selten Rückstände gefunden werden und noch seltener solche, die die Grenzwerte überschreiten.
Dies liegt zum einen daran, dass bei uns- im Gegensatz zu vielen anderen Ländern- im Prinzip nur Behandlungsmittel gegen die Varroamilbe angewendet werden und von diesen auch nur einige wenige und ansonsten kaum Behandlungsmittel erlaubt sind.
Zum anderen denke ich, dass gerade in den vielen kleinen Imkereien in Deutschland, die Produktion eines hochwertigen, möglichst unbelasteten Lebensmittels auch für den Eigenbedarf im Vordergrund steht und deshalb besonders schonend gearbeitet wird.
Diese Verhältnisse liegen aber anscheinend in vielen Ländern, aus denen Honig nach Deutschland importiert wird, nicht vor. Hier wird oftmals leichtfertig mit Behandlungsmitteln umgegangen, denn nur so ist es zu erklären, dass immer wieder große Mengen belasteter Importhonige auftreten.
Dies führte vor 3 Jahren zu einem generellen Importstop von chinesischem Honig in die gesamte EU und auch momentan bestehen aus diesem Grund Beschränkungen für südamerikanische Honige.

Warum keine Anerkennung als Biobetrieb?

Der wichtigste Grund, dass wir, obwohl wir so gut wie alle wichtigen Kriterien eines Biobetriebes erfüllen, uns nicht als biologischer Betrieb anerkennen lassen, sind die hohen Kosten und die notwendige Bürokratie, die in unserem kleinen Betrieb in keinem Verhältnis stehen würde und den Honigpreis für unsere Kunden nur zusätzlich belasten würde.
Unsere Organisation, der Deutsche Imkerbund plant allerdings in der nächsten Zeit für seine Mitglieder ein entsprechendes Biosiegel mit den dazugehörigen Grundsätzen zu schaffen, dem wir uns dann anschließen werden.

Besser als Bio!

Ich denke, dass gerade beim Honigkauf, der alte Grundsatz „ Honigkauf ist Vertrauenssache“ ganz wichtig ist und man „ seinen Imker“ kennt.
Wenn Sie dann noch hören, dass hier im Prinzip nach biologischen Grundsätzen gearbeitet wird und der Imker mit seiner Familie selbst der größte Honigverbraucher ist, können Sie sicher sein einen Honig zu erhalten, der hochwertiger ist, als mancher Biohonig, der mit schönen Labeln versehen von irgendwoher importiert wurde.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen weiterhin Freude am Verzehr unseres einheimischen Honigs.

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